Herders Gedichte.
25,4.
Hier in deiner heil'gcn Nähe,
Wann ich weide, wann ich gehe,Weh', 0 Baum, mir Labung zu.
Also klagt er, doch nur bangerWard ihm sein verödet Herz.
Was, 0 Jüngling, weilst du langer?Klagst dem Baume, süßer Sänger,Klagst umsonst ihm deinen Schmerz.
Und Apollo ging, und lichterGing er nun der Ehre Bahn,'
Ward Apollo Blusenrichter,
Held, Prophet und Arzt und Dichter,Ging gar wieder himmelan.
Allgepriesen, allen Weisen,
Allem Erdenraum bekannt,
Jünglingen ein Muster, GreisenWie zu loben, wie zu preisen!
Und Apollo alles — Tand!
Statt der Feste, statt der Kronen,
Schlich er oft zu seinem Baum.
Süßer Baum, hier will ich wohnen!Statt der Feste, statt der Kronen,Gieb mir meinen Jugendtraum!
Kranze mich, zwar dürr und wilde,
Aber mir ein süßer Kranz,
Meine Daphne mir im Bilde!Daphne, schon und zart und milde,Daphne in der Jugend Glanz.