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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 15 (1821) Gedichte ; 1
Entstehung
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225
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Erster Theii. 225

Auch Er ist hin, der einst auf Chelmo's*)Fluren,

Bei Wasser und geringem Mahl,

Dir Dithyramben sang, und kühn, auf Pindars

Spuren,

Aus seinem Köcher stahl,

Der Pfeile nicht geringsten: Nordens Helden,Sobieski, Peter, Fr ied cric h , **)

Unkundig, beinah ohne seine Schuld, in Schuldenverwickelte und, da er diese, bei Niederlegungseines Amts, aus Unzeitiger Sxaam und Groß-muth nicht alle angezeigt, einige Zeit darauf plötz-lich von der Straße in's Gefängnis geschlepptwurde. Ob er gleich bald befreit ward, zog ersich es doch so zu Gemüthe, daß er wenige Tagedarauf starb. Es soll ihm manchmal an Kleiderngefehlt haben, in einer guten Gesellschaft zu er-scheinen, welchem Mangel er aus Blödigkeit durchBettelei nicht abhelssn mogte. Kurz, die zartePflanze war nicht für jenes Klima, und verschmach-tete, weil ihr der Boden fehlte. Das folgendeGedicht bezieht sich beinahe Zeile für Zeile auf dieneue Ausgabe seiner gesammelten Schriften, undsonst auf andre ziemlich bekannte umstände seinesLebens. Der Herausgeber jener Sammlung, dermir unbekannt ist, hat ein Leben von ihm verspro-chen, das vielleicht diese Nänie sehr bestätigenwird.

*) Chelmo, so nennt er in seinen Gedichten Thorn-**> Mir unter die besten seiner Dithyramben.

Herders Werke Lit. u. Kunst. XV. P Oellr'cfle- I.