MM
166 Herders Gedichte.
Traurig den Bach sali ich hinab,
Tbräncn träufelten in's GrabDes Ruhmes! „Lieber Wandrer du,
Was giebt denn Glück, was giebt denn Ruh?"Sank ihm zum Busen.
Jüngling, 0 sich im Bache dich;
So sah ich mit Wonne michIm Freunde Seel - und Herz-vereint!
Ein Lüftchen schied uns, Bild und FreundWar fvrtgcwehet!
Jüngling, 0 sieh im Bache dich,
So sah ich mit Wonne michIn meiner Lieben. Süßer Wahn!
Das Leben rann, das Bild zerrann.
Und Glück und Liebe!
Jüngling, ich floh zu strenger Müh,
Ost, ach öfters täuschet sie;
Ich wacht' um manches edle HerzMit Rrudertreu; — mit BruderschmerzSah ich's versinken!
Trübe, verzweifelnd sah ich ab:
„Grab des Ruhmes, Tugendgrab,
Des Leb, ns Grab, 0 wärest duAuch meines! Läge stumme RuhIn deinem Abgrund! "
Jüngling, 0 Thor, wo findest duJe in Wuth der Seele Ruh?
Wir müssen all' den Bach hinab.