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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 15 (1821) Gedichte ; 1
Entstehung
Seite
140
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i/,c> Herders Gedichte.

Und niemand weiß, wohin? und jeder fragt den

Bruder,

Wohin? Sie sehen all', wie weit Ein Ruder schlagt,Doch wohin Well' und Schlag und Meer sie alle

tragt —

Da blinden, stammeln sie! und alle streben weiter,Der — leiten will er nicht und will auch keinen

Leiter

Und rudert! — Heere dort, in Haufen ziehen die,Und Schreyer ziehn voran und alle rufen sie:

Mir nach! mir nach allein! und klopfen wild und

flammen

Anmaßend wild empor: jetzt stürmen die zusammenUnd zwingen, fluchen, droh'n und quälen mit sich

fort:

Das arme Mitleid folgt und lindert hie und dortUnd tröstet, wo es kann! — die Schiffe kreuzen,

zagen —

Wohin hat Strubel dies? wo das der Strom ver-schlagen ?

Auf Klippen? in den Grund? Untiefen? Sand

und Strand?

Ach, der sie schiffen hieß! — Trifft Eines, Keines

Land? —

Sey ruhig! — Alle tragt das milde Meer schon

weiter,

Der keine Leiter hat, und alle blinde Leiter!

Wer schnell und ruhig treibt — wer ächzt und liegt

im Sand;

Sich dort lacht Ufer schon — sic kommen all' an

Land.