i/,c> Herders Gedichte.
Und niemand weiß, wohin? und jeder fragt den
Bruder,
Wohin? Sie sehen all', wie weit Ein Ruder schlagt,Doch wohin Well' und Schlag und Meer sie alle
tragt —
Da blinden, stammeln sie! und alle streben weiter,Der — leiten will er nicht und will auch keinen
Leiter
Und rudert! — Heere dort, in Haufen ziehen die,Und Schreyer ziehn voran und alle rufen sie:
Mir nach! mir nach allein! und klopfen wild und
flammen
Anmaßend wild empor: jetzt stürmen die zusammenUnd zwingen, fluchen, droh'n und quälen mit sich
fort:
Das arme Mitleid folgt und lindert hie und dortUnd tröstet, wo es kann! — die Schiffe kreuzen,
zagen —
Wohin hat Strubel dies? wo das der Strom ver-schlagen ?
Auf Klippen? in den Grund? Untiefen? Sand
und Strand?
Ach, der sie schiffen hieß! — Trifft Eines, Keines
Land? —
Sey ruhig! — Alle tragt das milde Meer schon
weiter,
Der keine Leiter hat, und alle blinde Leiter!
Wer schnell und ruhig treibt — wer ächzt und liegt
im Sand;
Sich dort lacht Ufer schon — sic kommen all' an
Land.