Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 15 (1821) Gedichte ; 1
Entstehung
Seite
125
Einzelbild herunterladen
 

Erster Theil.

12,1

Er sprach zur Sonne: Siehe, da gehe duDen Köniqsgang, o Sonne! du TrösterinDer Nachte, komm'! Und alle SterneStimmet in hohen Akkord zusammen!"

Und allem gab er seine Bewohner, gabSie Meer und Erden. Siehe da stand der Mensch,Das Götterbild, und alle Wesen

Stimmten in hohen Akkord zusammen.

Die sieben Chöre schwiegen. Da sprach ein Ton,Wie unter Kindern fabelnd, ein Vaterton

Sprach unter Baumen, wie ein Baum einstLockende Weisheit und Tod gefruchtet;

Und Gott dem Weibe Schmerzen und LebensmühUnd Gott dem Manne Kummer und theuren SchweißVerkündiget und bald die Erde

Ströme des Bruders mit Angst getrunken.

Und ein Geschlecht bald Waffen und Schwert erfand,Und ein Geschlecht bald Riesen und Mord gebar,Und Gott die frevelnden Geschlechts

Unter die Wasser des Abgrunds senkte:

Und neue Welt vom Schlamme des Abgrunds hob,Und neue Welt ihm frohe Gelübde fand,

Dem Racher! und des -Rächers BogenGnade vom Himmel der Welt gelobte.

Drauf sah ich HimmclSstürmer, ich sah wie schnellSich ihre Schaarcn trennten, wie Sprachen hierUnd Sprachen dort hinzogen. Alle

Flohen dem Auge, nur blieb ds vor mir