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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 15 (1821) Gedichte ; 1
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124
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Herders Gedichte.

Von Schritt zu Schritte? Sprechet in Bildern mir,

Sind Gcistesschatze, Werre der Götter! sindGedankenwelten nicht im Taumel

Stürzender Zeiten oft mit versunken?

Wie? oder klagt ihr, Mütter - Aevnen? klagt

Verloren eure Tochter, die schöne BrautDes Paradieses, süße Unschuld,

Holde gesellige scl'ge Liebe?

Und stürmt in Saiten:wehe der blendenden

Abgöttin! weh' dir, Blatter verhüllte Schaam,.Scheintuqenden, ihr Sodomsfrüchte

Reizender Schöne, von innen Dampf nur!"

Mwisserinncn, schweigt ihr, Jahrhunderte?

Wie? oder nenn' ich Musen? wie oder warDer reizenden Gcdachtnißtöchtcr

Singender Reihen noch nicht geboren?

Deckt ew'ge Nacht die Wiege der Menschheit? Geht

Das weise Volk der Erde, wie Fische gehnIm Meer, wie dort des Himmels VögelEwig in Wüsten der Lüfte schweifen?

So sprach ich! Sieh, da wehte mich Gottes Hauch

Zum ersten Morgen. Siche da trafen michGesichte! Der Elohim Ehöre

Sangen ein ewiges Lied der Schöpfung:

Wie Gott, als lange, schaudernde, kalte Nacht

Auf Erd' und Meeren fluthete, Gott sein LichtUrplötzlich aufries und sich Himmel

Droben und unten Gebirge wölbten.