io6 Herders Gediehet.
Ein Greis, ein Sterbender, ein Volk vonKranken
Aus Flammen wimmert, wie aus Molochs Arm!-»„Hor's, Cherub! laß dir Thranen danken!"
Da wagt' er — und sein Arm
Stürzt weiter — Es schlagt Mitternacht undMorgen:
Die Waage tönt noch fort: die Dämmerung,
Die Nacht, den Mittag durch zum Morgen,
Nun steht sie! — Endlich gnung! - -
Kniet! — Mit der letzten Loh fuhr er umkreisetVon dreißig Mart'rern, auf! — Gott sah, da warDie Stadt ein Babel, nackt, verwaiset,
Ein weiter Rauchaltar,
Auf dem Noch, Hunger, Frost, — Harpyen-heere ! —
Vielklauicht ruheten: sie ächzt, sie heult! - -Da sprach er: „Gnade! was die SchwereDes Zorns schlug, sey geheilt!"
Er sprach's! Macht ging von ihm; die Aschen-stätte
Bewegte sich: des Schutts Gebein erhobSein'heilig Haupt, um PreisgebeteDem Rächenden zu weihn, und Lob
Dem Wiederbringer! — Denn er hebt Pal-läste
Mit Kränzen aus der Asch' zum Himmel auf:
So gehn am AuferstchungsfesteAus Asche,Leiber auf,