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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 15 (1821) Gedichte ; 1
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106
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io6 Herders Gediehet.

Ein Greis, ein Sterbender, ein Volk vonKranken

Aus Flammen wimmert, wie aus Molochs Arm!-»„Hor's, Cherub! laß dir Thranen danken!"

Da wagt' er — und sein Arm

Stürzt weiter — Es schlagt Mitternacht undMorgen:

Die Waage tönt noch fort: die Dämmerung,

Die Nacht, den Mittag durch zum Morgen,

Nun steht sie! — Endlich gnung! - -

Kniet! — Mit der letzten Loh fuhr er umkreisetVon dreißig Mart'rern, auf! — Gott sah, da warDie Stadt ein Babel, nackt, verwaiset,

Ein weiter Rauchaltar,

Auf dem Noch, Hunger, Frost, — Harpyen-heere ! —

Vielklauicht ruheten: sie ächzt, sie heult! - -Da sprach er: „Gnade! was die SchwereDes Zorns schlug, sey geheilt!"

Er sprach's! Macht ging von ihm; die Aschen-stätte

Bewegte sich: des Schutts Gebein erhobSein'heilig Haupt, um PreisgebeteDem Rächenden zu weihn, und Lob

Dem Wiederbringer! — Denn er hebt Pal-läste

Mit Kränzen aus der Asch' zum Himmel auf:

So gehn am AuferstchungsfesteAus Asche,Leiber auf,