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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 15 (1821) Gedichte ; 1
Entstehung
Seite
92
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Herders Gedichte.

gr

Das gebrochene Schiff.

Mein gebrochenes Schiffchen, so matt und müde

des Weges,

Sah' mit sehnender Lust endlich dem Hafen sichnah'n,

Glaubte den Gott der Wogen und wilden Stürme

besänftigt,

Hofft', ein frohes Gestirn ende die gräßlicheFahrt.

Siehe, da kam der Nord, und schleuderts hart an

den Felsen;

Angeheftet steht's mitten in schwellender Fluth.

Aber wüchse sie auch bis zur Wuth der Stürme;

der Tod selbst

Stünde vor mir; ich geh'! Pflicht und dieLiebe gebeut.

Die Rache.

Schreibe, sprach ein gewaltiger Zorn, der im Her-zen mir aufstieg,

Schreib', enthülle den Grund deiner Verfolgung,den Neid."

Tief erschütterte mich's, wie wenn die Trommete der

Schlacht ruft,

Und das kriegerische Roß stampfet und schütteltLen Zaum.