9v
Herders Gedichte.
Der vermehrte Schmerz.
Wo ich den Blick hinwenhe, da sch ich meines ge-liebten
Sohnes Bild; doch ach! nicht mit dem freund-lichen Blick,
Den er mir einst zuwandte. Ich seh' ihn, wie er
im Bettchen
Liegt, und sitze bei ihm, höre das ächzende Kind —
Ach und kann nicht helfen. Es klagt zu mir und es
wendet —
Jetzt noch wendet es mir tief in die Seele denBlick.
Warum quälest du mich, o Erinnerung, die mir
die Leiden,
Jede nach jeden erzählt, jede nach jeden erneut.
Auf, vereine dich, Schmerz, und gieb mir nur Ei-nen Gedanken,
Daß der Liebliche mir früh, und auf immerverschwand.
Die unterdrückte Trauer.
Seliges Kind, das jetzt mit unverwendetem Blicke —Süßem Blicke, den Glanz sichet des ewigenLichts,