L2 Herders Gedichte.
An keinem Ort, in keinem Tropfen mehrDerselbe, von der Quelle bis zum Meer.
Und solch ein Trugbild soll dir GrundgebaNBon deiner Pflicht und Hoffnung, deinem GlückUnd Unglück seyn? Auf einen Schatten willstDu stützen dich? und einer WahNgestaltGedanken, Wirkung, Zweck des Lebens weihn?
Ermanne Dich. Nein, du gehörst nicht Dir;Dem großen, guten All gehörest Du.
Du hast von ihm empfangen und empfängst;
Du mußt ihm geben, nicht das Deine nur,
Dich selbst, Dich selbst: denn sieh du liegst, ein
Kind,
Ein ewig Kind, an dieser Mutter Brust,
Und hängst an ihrem Herzen. AbgetrelrntVon allem Lebenden, was dich umgab,
Und noch umgiebt, Dich nähret und erquickt,
Was watest Du? Kein Ich. Ein jeder Tropf'
In deinem Lebenssaft; in deinem BlutEin jedes Kügelchen; in deinem GeistUnd Herzen jeder regende Gcdank',
Und Fertigkeit, Gewöhnung, Schluß und That;(Ein Triebwerk, das du übend selbst nicht kennst,)Jedwedes Wort der Lippe, jeder ZugDes Angesichtes ist cin fremdes Gur,
Dir an ge eignet, doch nur zum Gebrauch.
So, immer wechselnd, stets verändert schleichtDer Eigner fremden Gutes durch die Welt.Er leget Kleider und Gewohnheit ab,
Verändert Sprache, Sitten, Mcynungcn,