Erster T heil. 6r
E m pfind ung lerncte. Sie trennte dichAllmählich von der Mutter, eigneteIn tausend der Gestalten Dir Sich zu,
In tausend der Gefühle Dich Ihr zu,
Den immer Neuen, immer Wechselnden.
Wie wuchs da-s Kind? Es strebte Fuß und Hand,Und Lhr und Auge spähend immer neuZu formen sich. Und so gediehest duZum Knaben, Jünglinge, zum Mann und Greis.Im Jünglinge, was war vom Kinde noch?
Was war im Knaben schon vom Greis und Manu?Mit jedem Alter tauschtest du dich um;
Kein Theil des Körpers war Derselbe mehr.
Du -täuschtest dich mit dir; dein Spiegel selbstEnthüllte dir ein andres, neues Bild.
Verlangtest du, ein Jüngling, nach der BrustDer Mutter? Als die Liebe dich ergriff,
Sahst du die Braut wie deine Schwester an?
Und als der Traum der Ehre fort dich riß,Verlangtest in die Windeln du zurück?
Schmeckt dir die Zuckerhirne, wie sie dir,
Dem Kinde, schmeckte? Und die innre WelkDer Regungen, der lichten Phantasii,
Des Anblicks aller Dinge, ist sie nochDieselbe Dir, wie sie dein Knaben war?
Ermanne Dich. Das Leben ist ein StromBon wechselnden Gestalten. Welle treibtDie Welle, die sie hebet und begrabt.
Derselbe Strom, und keinen Augenblick