2g 2 IV. Anmerkungen
indessen doch das Beste; und mich dünkt, es warMetastasio, der auch aufs bitterste gereizt, zwarsein Sinngedicht machte, es einem Freunde verlas,aber sodann gleich verbrannte: denn wie oft bat Einnicht übel gemeinter loser Einfall Feindschaften er-weckt und Nachtheile befördert, die nachher langeJahre nicht wegbanncn konnten. Je treffender derPfeil war, desto unvergeßlicher schmerzt er.
Zudem giebt es Gattungen von Spott, die sich«in billiger Mann nie erlauben sollte, z. B- überkörperliche Gebreche», über unverschuldete Unglücks-fallc u. dgl. ^ Die Anthologie gebt auch an solchennicht leer aus; sie sind aber auch die, die ich ihram wenigsten beneide. Sie tadeln und brandmar-ken meistens durch ein plumpes Werkzeug, die Hy-perbel; oder sie bereiten eine Speise, die, nicht mitSalz, sondern mit Galle gewürzt, keine gesundeZunge reizet.
Ein Gleiches ist's mit den Obscönitaten. —>Freilich war's besser, daß bei den Griechen dieseAder sich lieber in ein kurzes Epigramm, als, wiees in spätem Zeiten geschehen ist, in lange Erzäh-lungen und Romane ergoß; indessen auch sie wollenwir ihnen lassen und uns dagegen an die Arten desEpigramms halten, an denen sich auch nach Jahr-tausenden Menschen freuen und laben.
Dies sind z. B. Epigramme auf Gegenständeder Natur, auf treffliche Seelen und ihre edle Ge-schichte; oder die Stimmen der Dankbarkeit undFreundschaft, der Eltern - und Kindesliebe. EinemJünglinge, der dieser Bahn folgen will, steht hierdie Geschichte der ganzen Welt vor Augen. Er