über die Anthologie der Griechen re. 196
mich bei den einfachsten ist außer dem fröhlichen,lauten Aufruf offenbar eine mehrere Auflösung derZüge, kur; ein lyrisches Gemahlde, das zwar in einEpigramm verwandelt werden kann, aber selbst keinEpigramm ist.
Das Idyll der Griechen erscheint bei Bion,Moschus und Theokrit, insonderheit bei den beidenersten, in einer Vielfachheit, die manchen Gesetzenneuerer Kunstrichter Trotz bietet. Bald ist's einTodtengesang voll heiliger Gebrauche, voll heftiger,trauriger, schmerzlicher Affekten; bald wiederum eineruhige Empfindung; jetzt ein Seufzer, jetzt ein Ge-bet, jetzt eine Dichtung mit so witzigem Ausgange,daß zum Epigramm ihm nur Sylbcnmaaß undKürze zu fehlen scheinen. Indessen ist keins dersel-ben ein Epigramm wie z. B. der pflügende Amorvon Moschus es offenbar ist und seyn sollte.
Auch Fabeln giebt's in der Anthologie, die sichin ihr nicht nur der Kürze und des Sylbcnmaaßcs,sondern auch ihrer an's Epigramm granzenden in-ner« Art wegen, erhalten haben: denn wie leichtund bald kann eine Geschichte oder Fabel, die dieMünde und Kürze des Epigramms hat, auch derGestalt nach ein solches werden ! Man darf dieGeschichte nur etwa als Inschrift auf den Ort ihrerBegebenheit beziehen und in ihr eine allgemeine Leh-re anschaulich machen: so ist die Fabel Epigrammund das Epigramm eine Fabel.
Die moralischen Sinnsprüche endlich, deren auch
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