Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 10 (1821) Schriften zur griechischen Literatur
Entstehung
Seite
180
Einzelbild herunterladen
 

t8o lll. Anmerkungen

Dichter, die er nennet, und die Art, wie er'solchecharakterisiret, lassen uns daran kc'inen Zweifel.Wahrschxinlich ging Philippus auf dieser freien Bahnfort, da bei den Griechen so wenig, als bei den La-teinern die kleinen Gedichte genau von einander ge-thcilt waren. Epigramme, Idyllen, Sentenzen,Sinnsprüchc, zum Theil kleine lyrische Stücke, Elc-gieen, Fabeln und Mährchcn lagen unter oder we-nigstens so nahe neben einander, daß man bei einerBlumcnsammlung zum Vergnügen nicht eben kunst-richterisch unterschied. Fände man also auch in dsiserAnthologie nicht, was man in ihr nach einer will-kührlich gefaßten Idee allein suchte; vielleicht laßtsich unter alle dem Unrarh spaterer Zeiten, der inihr zusammengcfcgt ist, noch etwas Anderes undBesseres finden, als man suchte. Und dies andereBessere wäre das ursprüngliche, das grie-chische Epigramm selbst, von dem ich zu sa-gen wage, daß seine Theorie auch von Lessingnoch nicht eigentlich entwickelt siyn dürfte. Lassetuns unfern Weg so ruhig anfangen, als ob in Grie-chenland alle die schönen und rührenden Inschriftenselbst uns zu sich lüden.

Sprache ist das Vorrecht des Menschen, undauch das Siegel, mit dem er so gern alles in derNatur bezeichnet. Wir genießen eine Sache nurhalb, wenn wir unfern Genuß nicht ausdrücken, undentweder durch Sprache oder Schrift andern mitthci-len können. Wenn auch niemand da wäre, der uns