aus der griechischen Anthologie 49
Das den Kummer verjage, der mir so lange den
Schlaf raubt;
Auf! und erwecke den Ton, der mir das Schncn
entnimmt,
Meiner Liebe Schncn. — Ich will auch mit grü-nenden Knospen
Dich beschenken; dich soll tranken der zarteste
Thau.
Erklärung der Liebe.
Und wie lange denn flichn sich unsre Blicke? Wie
lange
Senden wir immer sie nur trunken-verstohlen
uns zu?
Laß uns sprechen! Die Liebe will offne Seelen.
Und stört uns
Ein hartherziger Mann, der uns die Sprache ver-beut ;
O so bleibet uns ja ein Mittel. Laß uns vereinet
Sterben. Liebe - vereint leben und sterben wir
süß.
Die Ungenannten.
Wißt! Ich lieb' und werde geliebt und küß' und
genieße —
Aber wer? und bei wem, wisse die Göttin allein.
Herders Werke z, schön. Lir. u. Kunst. X. D I-tr,