Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 8 (1821) Stimmen der Völker in Liedern
Entstehung
Seite
521
Einzelbild herunterladen
 

Fünftes - Buch,

Z2t

Flog das Roß, und trug ihn hin zum PallastKrzesomysls. Es dämmert kaum der Morgen)Horymyrz ist da, und dient dem Fürsten;

Seine Feinde, die die Botschaft bringen.

Kommen eilend erst den zweiten Tag an,

Weh nun, weh dem gräulichen Verwüster,

Der dem Könige sein Herz geraubt hat!

Für ihn bitten seine treuen Freunde:

Herr, ist er nicht gestern hier gewesen?

Und wer kann im Fluge dort und hier seyn KWelches Mannes Hand vermag in EinerNacht sie zu verschütten, diese Klüfte?"

All umsonst!Er sterbe! Morgen stcrb' er!"

Morgen kommt, und seines Todes wartendSteht der Gute; als das Wort des MannesAus dem Berge wie ein Blitz ihn durclssubr:Schennik ist sein Name. Bei dem NamenNenn' es in der Noth; es wird dir helfen."

Herzog, spricht er, eh ich sterbe, gönneMir noch eine kleine Freud' und Bitte,

Laß mein Roß mich, meinen Freund im Leben,Einmal noch auf diesem Platze tummeln."

Dessen lacht der Fürst. Verriegelt werdenAlle Pforten. Jetzt, du Bergverwüster,

Wird die Thorenbitte dir gewahret.

Horymyrz geht ängstig zu dem Stalle,

Wo sein Roß mit Hellen Augen traurigSteht und harret, als ob es ihm spräche:

Hast du mein vergessen?" Ihn erblickendWiehert's auf, und beut ihm seinen Rücken:Schennik, lieber S chen n i k, hilf, o hilf mir!"