Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 8 (1821) Stimmen der Völker in Liedern
Entstehung
Seite
479
Einzelbild herunterladen
 

Fünftes Buch.

Du bist darum das Schönste nicht:Denn all' dein Glanz ist hier verdunkelt,Wo mir Roscttens AngesichtWeit über deine Sonne funkelt.

Und wenn sich ihrer Stimme SchallZu einem Liede will bequemen;

So schweiget deine NachtigallUnd muß sich aller Künste schämen.

Die Ros', auf deren LieblichkeitDu doch am meisten pflegst zu prangen,Ist bleich und welk und stellet weitVom frischen Leben ihrer Wangen.

Du hast kein Bild, das zeigen kann,Was mich zu ihrer Liebe treibet:

Weil alles bei dir um und an,

Nur irdisch ist und geistlos bleibet.

Ihr Geist, der Tugend lichter Schein,Der sich in Thun und Reden weiset,Bezeuget, daß an ihr alleinDer Himmel seine Gaben preiset.