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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 8 (1821) Stimmen der Völker in Liedern
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237
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Zweites Buch. 237

Ihr brach das Herz: einst gieng sie still im

Hain,

Da kam ein Bar, ein Wolf, ein wildes Schwein:Die folgen zahm und willig ihr zum Stall,

Und sieh, das war nun ihr Gcsellfchasts-Saal.

Die futtert sie mit eigner zarter Hand,Mitleidig jedes ihre Stimm' erkannt'

Und liebte sic, als sprach' es:Herr Gemahl,

Seht doch auf uns, uns Bestien einmal!"

Nichts ! ja wenn täglich immer mehr und mehrDer Bär ein Menfch ward, ward der Grasern

Bar;

Dis ihm zuletzt der Bestien Hof auch plagtUnd er zu sehen sie, ihr untersagt.

Und sieh, da kam vom König' an ein Brief,Der ihn, 0 weh, von Frau und Küche rief!

Herr Graf, an Hof, Herr Graf flugs in den

Krieg!

Beschüzt den König, schafft ihm Ruhm und Sieg."

Ach Unglückspost! O Tag voll bittrer Pein!Vom Weibe ziehn, nicht mehr ihr Schildwach scyn.Wohlan, in diesen Thurm, mein holdes Kind,

Wo Sie vor Feind und Hunger sicher sind.

Durch dieses Loch wird Ihnen Speise bracht,Und nun Hcrzlieb" er schläft bei ihr die Nacht:Und Schicksal, Jammer! sic, die sieben JahrKein Kind umarmte, sie wird schwanger gar.