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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 8 (1821) Stimmen der Völker in Liedern
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V. Lieder aus dem Süd.

Drum schloß er sie bald in sein Thurmschloß

ein,

Da lebenslang gefangen ihm zu scyn,

Ihr fehlte Ritter, Dame, Eavalier,

Gar Edelknabe, alles fehlte ihr. '

Ihr Kammermädchen, denket das einmal,

Ihr Kammermädchen selbst war Herr Gemahl,,War Koch und Becker, Tag und Nacht um sie,Macht selbst das Bett und futtcrt's Federvieh.

Ist Eifersucht der wahren Liebe Pein,

Weh ihr! Doch muß man Mitleid noch ihr

wcihn;

Pfui aber, ohne Liebe EifersuchtAus feiger Kälte! dreimal sey verflucht!

Er glaubt, der Thor, daß solche Schone nieGetreu scyn könne, darum quält er sie,

Bewacht sie Tag und Nacht mit Tcufelsblick,

Und Schlaf und Schlummer scheucht er sich zurück.

Denn einst im Traume sah er untreu sie,

Fuhr auf vom Traum' und Gott! wie schlug er sie!^ Sie halt' auch nichts im Leben, nicht ctwannEin Hünd- ein Täubchen, das sie liebgewann.

Auch Hünd- und Täubchen ward im UngestümIhm Nebenbuhler, Nebenbuhler ihm,

Fort riß er's ihr:Was küssen Sie, Madam,

Im Thiere da? wie heißt der Herr Galan?"