zu den Volksliedern.
könnte. FeM diese einem Liede, Hut es kein»»Ton, keine poetische Modulation, keinen ge-haltenen Gang und Fortgang derselben; habe esBild und Bilder, und Zusammensetzung und Nied-lichkeit der Farben, so viel cs wolle, cs ist keinLied mehr. Oder wird jene Modulation durch ir-gend etwas zerstört, bringt ein fremder Verbessererhier eine Parenthese von mahlerischer Komposition,dort eine niedliche Farbe von Beiwort u. f. hinein,bei der wir den Augenblick aus dem Ton des Sän-gers , aus der Melodie des Gesanges hinaus sind,und ein schönes, aber hartes und nahrungslosesFakbenkorn kauen: hinweg Gesang ! hinweg Lied undFreude! Ist gegenthcils in einem Liede Weise da,wohlangeklungene und wohlgehaltene lyrische Weise;wäre der Inhalt selbst auch nicht von Belange, dasLied bleibt und wird gesungen. Ucber kurz oder langwird statt des schlechtern, ein besserer Inhalt genom-men und darauf gebauet werden; nur die Seeledes Liedes, poetische Tonart, Melodie, ist geblieben.Hatte ein Lied von guter Weise einzelne merklicheFehler; die Fehler verlieren sich, die schlechten Stro-phen werden nicht mit gesungen; aber der Geistdes Liedes, der allem in die Seele wirkt und Ge-müther zum Chor regt, dieser Geist ist unsterblichund wirkt weiter. Lied muß gehört werden,nicht gesehen; gehört mit dem Ohr der Seele,das nicht einzelne Splben allein zahlt und mißt undwaget, sondern auf Fortklang horcht und in ihmfortschwimmct. Der kleinste Fels, der sie daranhindert, und Wenns auch ein Demantfels wäre, istihr widrig; die feinste Verbesserung, die sich gibt,statt den Sänger zu geben, die hundert Sänger und