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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 8 (1821) Stimmen der Völker in Liedern
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Seite
81
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zu den Volksliedern. 8r

Minus äs erulis nur in der Altenburger Ausgabeseiner Werke befindlich und nicht lang ist, so babeich sie hier cingerücket. Seine Gehüsten und Nach-folger folgten ihm, nur freilich nach ihren Kräften.Die Parodie des Erasmus Albertus aufs 1sOsunr, Aeiops Fabeln, mancherlei Lieder sind be-kannt. Geschichten und Stücke der Bibel wurden,nach der Weise weltlicher Sagen *), vetsificirt, M c i-stersängerkunst hat diese Manier treulich be-halten und zuletzt sehr untreu verderbet.

Uebcr diese uiU) über ihren cdlern Ursprung, diesogenannten Minnesänger, mag ich hier nicht reden.Sie waren Bolkssangcr und warcns auch nicht, wieMan die Sache nimmt. Zum Volkssangcr gehörtnicht, daß er aus dem Pöbel scyn muß, oder für denPöbel singt; so wenig es die edelste Dichtkunst be-schimvst, daß sie im Munde des Volks tönet. Volkheißt nicht der Pöbel auf den Gassen, der singt unddichtet niemals, sondern schreit und verstümmelt.Daß in den schwäbischen Zeiten die Poesie von großemUmfang gewesen, ist wobt unlaugbar t sie erstrecktesich vom Kaiser zum Bürger, vom Handwerker biszum Fürsten. Man sang nach gegebnen Weisen, undgute Lieder sang man nach. Minne war nicht dereinzige Inhalt ihrer Gesänge, wie anderweit gezeigtwerden wird; der Umkreis derselben war auch nichteine Fakultät oder enge Stube. Auch das Fragment

*) Die Geschichte von Lazarus und dem Reichen t diemeisten Evangelien; u. f.

Herders W.z.sch.Lit.u.Kunst. VIIl. F