Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 8 (1821) Stimmen der Völker in Liedern
Entstehung
Seite
82
Einzelbild herunterladen
 

3 -

III. Vorrede

der Chronik, das bcigerückt werden tpfl, zeigt, wieverbreitet und lebend diese Gesänge damals gcwesinsind, vielleicht mehr als die Lesung unsrer Dichter,mit der man ihren Kreis zu vergleichen gewohnt ist*).Allerdings ist überall und allezeit das Gute selten.

Es sollte hier ein Auszug aus der Limp ur gi-sch e n Chronik stehen welche Gesänge manvom Jahr >eM bis liiiig in Deutschland gepfif-fen und gesungen habe? welche Meister sich da-mit hervorgerhan? welcher Frauen oder Gelegen-heit zu gut man sie gedichtet? auch wie sich derGesang immer mit den Kleidertrachten verändertund wenndie Rock' um die Brust ober gemützert undgeflützert und vorn aufgeschlitzt wurden bis an denGürtel, oder sie lange Röcke trugen mit ah. oder ZoGeren und lange Hoicken, die geknauft warenvorne nieder bis auf die Fuß, auch Kugeln, diehatten vorn ein Lappen und hinten ein Lappen,die waren verschnitten und gezattelt, auch gefüt-tert mit Kleinspalt oder mit Bund u. f." Daßsich die Lieder und Larminu in deutschen Landenimmer und allweg nach den Trachten mit verän-dert,denn man bisher lange Lieder gesungenu. f. Da machten die Meister neue Lieder u. f.Auch hatte es sich also verwandelt mit dem Pfei-fenspiel, und hatten aufgestiegen in der lVIusiem,daß die nicht also gut war bisher», als nunangange» ist. Denn wer vor fünf oder sechsJahren ein guter Pfeifer war im Land, derdauchre ihn jetzund nit ein Flihen." Wovon im-mer Proben und Exempel geliefert werden. Sounterrichtend und lehrreich diese Lektüre seyn