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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 8 (1821) Stimmen der Völker in Liedern
Entstehung
Seite
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liches Ganze ist nickt Epopee, sondern , Mahr-chcn, Sage, lebendige Nolksgesckichte. Er setzte sichnicht auf Sammet nieder, ein Heldengedicht i» zwei-mal vier- und zwanzig Gefangen nach AristotelesRegel, oder, so die Micke wollte, über die Regelhinaus, zu schreiben, sondern sang was er gehöret,stellte dar, was er gesehen und lebendig ersaßt hatte:seine Rhapsodien blieben nicht in Buchlädcn und aufden Lumpen unsres Papiers, sondern im Lkw undim Herzen lebendiger Sauger und Hörer, aus denensie spat gesammlct wurden und zuletzt, überhäuft mitGlossen und Vorurtheilen, zu uns kamen. HomersVers, so umfassend wie der blaue Himmel und sovielfach sich mitthcilcnd, allem, was unter ihm woh-net, ist kein Schulen- und Kunstbcxamcter, sonderndas Metrum der Griechen , das in ihrem reinen undfeinen Lhr, in ihrer klingenden Sprache zum Ge-brauch bereit lag und gleichsam als bildsamer Lciwiauf Götter- und Heldengestalten wartete. Unendlichund uncrmüdet fließts in sanften Fallen, in einakti-gen Beiwörtern und Kadenzen, wie sie das Ohr desVolks ljebtc, hinunter. Diese, das Kreuz aller be-rühmten Ucbersetzcr und Heldendichter, sind dje Seeleseiner Harmonie, das sanfte Ruhekissen, das in je-der endenden Zeile unser Auge schließt, und unserHaupt entschlummert, damit es in jeder neuen Zeilegestärkt zum Schauen erwache und des langen Wegesnicht ermüde. Alle erhabenen Siche! alle künstlichenVerschränkungen und Wortlabyrinthe sind dem einfa-chen Sänger fremde, er ist immer hörbar und daherimmer verständlich: dje Bilder treten vors Auge, wieseine Silbcrtöne ins Ohr fließen; der verschlungeneTanz beider ist Gang seiner Muse, die auch darin