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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 8 (1821) Stimmen der Völker in Liedern
Entstehung
Seite
59
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englischen und deutschen Dichtkunst. 5g

Lieder singen, wie französische Menuets tanzen, odergar allcsammt Hexameter und horazische Lden schrei-ben. Das Ncht der scgenannun Kultur will jedesDunkelchen erleuchten, und Sachen der Art liegennur im Winkel. Legt also Hand an, meine Brüder,und zeigt unsrer Nation, was sie ist und nicht ist?wie sic dachte und fühlte, oder wie sie denkt undfühlt. Welche herrliche Stücke haben da die Eng-länder bei ihrem Suchen gefunden! Freilich nichtfürs Papier gemacht und auf ihm kaum lesbar;aber dafür voll lebendigen Geistes , im vollen Kreisedes Volks entsprungen, unter ihnen lebend und wir-kend. Wer hat nicht von den Wundern der Bar-den und Skalden, von den Wirkungen derTroubadours, Minstrels und Meister-sanger gehört oder gelesen? Wie das Volk dastandu»d horchte! was es alles in dem Liede hatte undzu haben glaubte! wie heilig es also die Gesängeund Geschichten erhielt, Sprache, Denkart, Sitten,Thatcn, an ihnen mit erhielt und fortpflanztc. Hierwar zwar einfältiger, aber starker, rührender, wah-rer Sang und Klang, voll Gang und Handlung,ein Nothdrang ans Herz, schwere Accente oder scharfePfeile für die offne, wabrbeittrunkene Seele. Ihrneuen Romanzer, Kirchenlieder- und Ddenversler',könnet ihr das? wirkt ibr das? und werdet ihrs aufeurem Wege jemals wirken? Für euch sollen wiralle im Lehnstuhl ruhig schlummern, mit der Puppespielen, oder das Verscbildlein als Kabinctstück auf-fangcn, daß cs im klassischen vergoldetem Rahm dazierlich müssig hange.

Wenn Bürger, der die Sprache und das Herzdieser Volksrührung tief kennet, uns einst einen deut-