Druckschrift 
Zur schönen Literatur und Kunst Theil 8 (1821) Stimmen der Völker in Liedern
Entstehung
Seite
49
Einzelbild herunterladen
 

englischen und deutschen Dichtkunst.

49

behandelt und in alle Züge nach fremden Landernverfolgt wäre. Aber freilich haben wir noch nichtsweniger, als eine Geschichte der deutschen Poesie undSprache! Auch sind unter so vielen Akademien undSocietaten in Deutschland wie wenige, die selbst intüchtigen Fragen sich die Mühe nehmen , einzelneOcrtec aufzuraumcn und ungebahnte Wege zu zeigen.

Ich weiß wohl, was wir, zumal im juristisch-diplomatisch - historischen Fache, hier für mühsameVorarbeiten haben; diese Vorarbeit,« aber sind allenoch erst zu nutzen und zu beleben. Un^re ganze mitt-lere Geschichte ist Pathologie, und meistens nur Pa-thologie des Kopfs, d. i. des Kaisers und einigerRcichsstande. Physiologie des ganzen Nationalkcc-pcrs was für ein ander Din>! und wie sich hie-zu Denkart, Bildung, Sitte, Vortrag,Sprache verhielt, welch ein Meer ist da noch zubeschissen und wie schöne Inseln und unbekannteFlecke hie und da zu finden! Wir haben noch keinenCürne de St. Palayc über unser Rittnthum,noch keinen Wharten über unsre mittlere Dicht-kunst. Goldast, Schi lter, Schatz, Opitz,Eckard haben treffliche Fußstapfen gelassen: Fro-her s Manuscripte sind zerstreuet: einige reiche Bi-bliotheken zcrstrcuet und geplündert; wann sammlensich einst die Schatze dieser Art zusammen, und woarbeitet der Mann, der Jüngling vielleicht im Stil-len, die Göttin unsres Vaterlands damit zu schmückenund also darzustellen dem Volke. Freilich, wennwir in den mittler» Zeiten nur Shakespeareund Spenser gehabt hätten; an TheobaldenHerders W.z.sch.Lit.u.Kunst. VIH. D 5t-mm