und die Lieder der alten Volker. 41
wetten will, das kühnste Klopstocksche Lied, vollSprünge und 'Inversionen, einem Kinde beigebracht,und von ihm einigemal lebendig gesungen, werdemehr für ihn seyn, und tiefer und ewiger in ihmbleiben, als der dogmatische Locus von Liede, woja kein Zwischenpartikel und Zwischengedanke ausge-lassen ist. — Mein Gott! wie trocken und dürrestellen sich doch manche Leute die menschliche Seele,die Seele eines Kindes vor! Und was für ein großes,treffliches Ideal wäre mir dieselbe, wenn ich mich jean Licdcrn dieser Art versuchte! Eine ganze ju-gendliche , kindliche Seele zu füllen, Gesänge in siezu legen, die, meistens die einzigen, lebenslang inihnen bleiben, und den Ton derselben anstimmcn,und ihnen ewige Stimme zu Thaten und Ruhe, zuTugenden und zum Tröste se»n soll, wie Kriegs-Helden- und Vaterlieder in der Seele der alten, wil-den Völker — welch ein Zweck! welch ein Wort!und wie viel wahrhafte Bestrebungen zu solchemWerke haben wir denn? Reimgebetlein und Lehr-vccse genug!
Wenn Luther über jene beide wegen der Re-ligion verbrannte anstimmt:
Die Asche will nicht lassen ab,
Sie stäubt in allen Landen;
Hier hilft kein Bach und Grub' und Grab,
Sie macht den Feind zu schänden!
Die er im Leben durch den MordZu schreyen hat gezwungen,
Die muß er todt an allem OrtMit Heller Stimm' und ZungenGar fröhlich lassen singen--