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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 8 (1821) Stimmen der Völker in Liedern
Entstehung
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I. Uebcr Ossian

besonders eigen. Die Einbildungskraft führet natürlichdarauf, und das Volk, das mehr Sinne und Ein-bildung hat, als der studircnde Gelehrte, fühlt sie,zumal von Jugend auf gelernt, und sich gleichsamnach ihnen gebildet, so innig und übereinstimmend,daß ich mich wie über zehn Thorhciten unsrer Lieder-vccbesserung, so auch darüber wundern muß, wiesorgfältig man sie wegbannct, und dafür die schläf-rigsten Zeilen, die erkünsteltsten Partikeln, die mat-testen Reime hineinpfropset. Eben als wenn dergroße ehrwürdige Thcil des Publikums, der Volkheißt, und für den doch die Gesänge castigirt wer-den, eine von den schönen Regeln fühle, nach denenman sic casiigiret! und Lehren in trockner, schläfri-ger, dogmatischer Form, in einer Reihe kodier,schlaftrunken nickender Reime mehr fühlen, empfin-den und behalten werde, als wo ihm durch Bildund Feuer, Lehre und That auf Einmal in Herzund Seele gesungen wird.

Hiermit keine Schuhschrift für die Klopstock-schen Lieder! Ich glaube gerne, daß auch sie nichtimmer Lieder des Volks sind, und daß sie selt-ner, ganze Gegenstände, als kleine Züge aus diesenGegenständen, seltner, ganze Pflichten, Thatcn undGestalten des Herzens, als feine Nuancen, oft Mit-tclnüanccn von Empfindungen besingen, daß also einsehr sympathetischer, und zu gewissen Vorstellungensehr zugcbildeter Charakter zum ganzen Sänger sei-ner Lieder gehöre. Aber dem ohngcachtet ist das,was viele sonst gegen ihn sagten, und noch mehr,was man ihm entgegen stellet, so trocken, so mager,so unkundig der menschlichen Seele, daß ich immer