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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 8 (1821) Stimmen der Völker in Liedern
Entstehung
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und die Lieder der alten Völker. 39

durch Symmetrie, Refrain des Verfcs und zehnandre Mittel zu statten. Hören Sie eine Probeder Art über den allgemeinen Satz: Der Lieb'elaßt'sich nicht widerstehen! Wie würdeein neuer analytischer, dogmatischer Kopf den Satzausgeführt haben und nun der alte Sänger?

Ueber die Berge! *)

Konnte der Gedanke sinnlicher, mächtiger, starkerausgcführt werden? Und mit welchem Fluge! mitwelchem Wurfe von Bildern ! Lassen Sie den dümm-sten Menschen das Lied dreimal hören: er wirdskönnen, und mit Freude und Entzückung singen;sagen Sie ihm aber eben dieselbe Sache auf einför-mige , dogmatische Art, in hübsch abgezahlten Stro-phen, und seine Seele schläft.

Alle unsre alten Kirchenlieder sind voll dieserWürfe und Inversionen: keine aber fast mehr undmächtiger, als die von unscrm Luther. WelcheKlop stock sehe Wendung in seinen Liedern kommtwohl den Transgressionen bei, die in seinemEinfeste Burg ist unser Gott!"Gelobetscyst du Jesu Christ!"Christ lag inTodesbanden!" und dergleichen Vorkommen:und wie mächtig sind diese Uebergange und Inversio-nen! Wahrhaftig nicht Nothsalle einer unpolirtenMuse, für die wir sie so gern annehmen: sie sindallen alten Liedern solcher Art, sie sind der ursprüng-lichen , unentnervten, freien und männlichen Sprache

*) Steht in dieser Sammlung,