und die Lieder der alten Völker. 37
Da wird uns in Kurzem die Hütte zum Pallast,und der Fels zum ebnen Wege— aber darauf kom-men ? Es als eigne Natur so lieben können? Dasist die Frage, und die Antwort darauf sehr kurz:weil das in der That die Art der Einbildung ist, und :sie auf keinem cngcrn Wege je fortgehen kann. >
Alle Gesänge solcher wilden Völker weben umdaseyende Gegenstände, Handlungen, Begeben-heiten , um eine lebendige Welt! Wie reich und viel-fach sind da nun Umstände, gegenwärtige Züge,Theilvorfalle! Und alle hat das Auge gesehen! DieSeele stellet sie sich vor! Das setzt Sprünge undWürfe! Es ist kein anderer Zusammenhang unterden Thcilcn des Gesanges, als unter den Baumenund Gebüschen im Walde, unter den Felsen undGrotten in der Einöde, als unter den Sccnen derBegebenheit selbst. Wenn der Grönländer von sei-nem Sechundsange erzählt: so redet er nicht, son-dern mahlet, mit Worten und Bewegungen, jedenUmstand, jede Bewegung : denn alle sind Thcile vomBilde in seiner Seele. Wenn er also auch seinemVerstorbenen das Lcichcnlob und die Todtenklage halt,er lobt, er klagt nicht: er mahlt, und das Lebendes Verstorbenen selbst, mit allen lebendigen Ein-drücken der Einbildung herbcigerisscn, muß redenund bejammern. Ich entbreche mich nicht ein Frag-ment der Art hieher zu setzen. Ein kalter Grönlän-der, fast unterm Pol hervor, ohne Hitze und Pro-phctcngeist und Ldenthcorie, aus dem vollen Bildeseiner Phantasie möge hier reden.