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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 8 (1821) Stimmen der Völker in Liedern
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und die Lieder der alten Völker. 2A

mich dies langst, aus vielen Wahrnehmungen, aufdie Gedanken gebracht, die ich Ihnen hier mittheile.Zuerst, sollten wohl für den sinnlichen Verstand unddie Einbildung, also für die Seele des Volks, diedoch nur fast sinnlicher Verstand und Einbildungist, dergleichen lebhafte Sprünge, Würfe, Wendun-gen , eine so fremde böhmische Sache seyn, als unsdie Gekehrten und Kunstrichter bcybringen wollen?Sie wissen die Einwürfe, die man hieraus Klop-stocks Kirchenliedern, für die gute Sache des christ-lichen (wie es hieß) Volks, gemacht hat; lassen Sieuns sehen, was daran sey?

Zuerst muß ich JHncn, wenn cs auf Erfahrungund Autorität ankommt, sagen, daß Nichts in derWelt mehr Sprünge und kühne Würfe hat, als Lie-der des Volks, und eben die Lieder des Volks habenderen am meisten, die selbst in ihrem Mittel ge-dacht, ersonnen, entsprungen und gcbohren sind,und die sie daher mit so viel Aufwallung und Feuersingen, und zu singen nicht erblassen können. Mirist ein Jagerlied bekannt, das ich wohl unter-lassen werde, Ihnen ganz mitzuthcslen, weil sichdas Meiste und Anziehendste in ihm auf lebendigenTon und Melodie des Horns beziehet; aberbey allem Simpeln und Populären ist kein Versohne Sprung und Wurf des Dialogs, der in einemneuen Gedichte gewiß Erstaunen machte, und überden unsre Kunstrichter, als unverständlich, kühn,dithyrambisch schreien würden.

Ein Jager hat Abends spat das Netz gestellt,und blas't:alleweil bey der Nacht"