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I. Ueber Ossian
und haben unS das schon so lange, so oft, so vonfrübaus erkünstelt, daß uns jetzt kaum eine freyeAusbildung mehr glücken würde, denn wie kanne.in Lahmer gehen? Daher also auch, daß unfernmeisten neuen Gedichten die Festigkeit, die Bestimmt-heit, der runde Eontour so oft fehlet, den nur dererste Hinwurs verleihet, und kein spateres Nach-zirkeln crtheilcn kann. Einem Homer und Os-sian würden wir bcy solchem poetischen Fleiß ge-wiß nicht anders verkommen, als einem Raphaeltzder Apelles, der durch einen Umriß sich alsApclles zeigt, der schwachhändig, kritzelnde Lchr-knabe. —
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Was ich neulich vom ersten Wurfe eines Ge-dichts gemeynt, — wollte ich damit der Eilfertigkeitund Schmiererei) unsrer jungen Dichterlinge, auchnur im mindesten, zu statten kommen? Denn wasist doch bey ihnen für ein Fehler sichtbarer, alseben die Unbestimmtheit, Unsicherheit der Gedankenund der Worte, daß sie nie wissen, was sie sagenwollen, oder sollen? — Weiß aber jemand das nicht,wie kann crs durch alle Korrektur lernen? DurchSchnitzeley, kann da je ein Bratspieß zur marmor-nen Bildsäule Apolls werden?
Mich dünkt, nach der Lage unsrer gegenwärti-gen Dichtkunst sind hierin zwep Hauptfalle möglich.