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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 8 (1821) Stimmen der Völker in Liedern
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I. Uebcr Ossian

mir erscheinet. Wisscn Sie also, daß ich selbst Gele,qenheit gehabt, lebendige Reste dieses alten, wildenGesanges, Rhythmus, Tanzes, unter lebenden Völ-kern zu sehen, denen unsre Sitten noch nicht völligSprache und Lieder und Gebrauche haben nehmenkönnen, um ihnen dafür etwas sehr Verstümmeltesoder Nichts zu geben. Wisscn Sie, daß, wenn icheinen solchen alten Gesang mit seinem wildenGange gehört, ich fast immer, wie der französischeMarccll gestanden: guo äs odioses Uans un rns-nuer! oder vielmehr, was haben solche Völkerdurch Umtausch ihrer Gesänge gegen eine verstüm-melte Menuet, und Reimleins, die dieser Menuctgleich sind, gewonnen?

Sie kennen das Kleistische Lied einesLapplanders, und die Hand dieses braven Manneskonnte für uns gewiß nicht anders, als verschö-nern : aber wenn ich Ihnen nun den rohen Lapp-länder gäbe?

O Sonne, dein hellestcr Schimmer beglänze denOrra - See! re, *)

Wie natürlich, wie sehnlich sinnet der junge, begeh-rende Lappländer, dem sein Weg zu lang wird, demAlles, was er sieht, Sonne und Wipfel und Wolkeund Krähe und Ruderfüße sich zum Orrasee, auf seinMädchen beziehen muß! Der auf die Schnelle undLangsamkeit seines Weges, auf sein Hineilen derSeele, auf seine vorwandernden Gedanken, aufseine

*) Es steht in dieser Sammlung.