und dre Lieder der alten Völkern ir
diese Lieder baden, die Entzückung, die Triebfeder,der ewige Erb- und Lnstgesang des Volks zu seyn!Das sind die Pfeile dieses wilden Apollo, womit er-Herzen durchbohrt, und woran er Seelen und Ge-dächtnisse heftet l Je langer ein Lied daurcn soll,desto starker, desto sinnlicher müssen diese Seclcncr-wecker seyn, daß sie der Macht der Zeit und denVeränderungen der Jahrhunderte trotzen. — Wohinwendet sich nun die Sache?
Ohne Zweifel waren die Skandinavier, wie sieauch in Ossian überall erscheinen, ein wilderes rau-heres Volk, als die weich idcalisirten Schotten: mirist von jenen kein Gedicht bekannt, wo sanfte Em-pfindung ströme : ihr Tritt ist ganz auf Felsen undEis und gefrorncr Erde, und in Absicht auf solcheBearbeitung und Kultur ist mir von ihnen keinStück bekannt, das sich mit den Ossianschm darinvergleichen lasse. Aber sehen sie im Worin, imB a rth o l i n , im P e ring skiold , und Verclihre Gedichte an — wie viel Sylbcnmaßc! wie genaujedes unmittelbar durch den fühlbaren Takt des Ohrsbestimmt! ähnliche Anfangssylben mitten in den Ver-sen symmetrisch aufgczäblt, gleichsam Losungen zumSchlage des Takts, Anschläge zum Tritt, zumGange des Kriegshecrs. Aehnliche Anfangsbuchsta-ben zum Anstoß, zum Schallen des Bardcnqcsan-gcs in die Schilde. Disticha und Verse sich entspre-chend ; Vokale gleich; Sylben ccnson; — wahrhaftig«ine Rhythmik des Verses, so künstlich, so schnell,so genau, daß es uns Büchergelcbrtcn schwer wird,sie nur mit den Augen aufzusindcn; aber denkenSie nicht, daß sie jenen lebendigen Völkern, die