und die Lieder der alten Völker. lw
Aber das ist er nun nicht, und Heß wollte, ichIhnen nur sagen. Ossians Gedichte sind Lieder,Lieder des Volks, Lieder eines ungebildetensinnlichen Volks, die sich so lange im Munde derväterlichen Traditioiz haben fortsingcn können —sind sie das in unsrer schönen epischen Gestalt? ha-ben sie's seyn können? — Mein Freund, wenn ichmich zuerst gegen Ihre zweifelnde Halsstarrigkeitgegen die Ursprünglichkeit Ossians auf Nichts so sehr,als auf inneres Zeugniß, auf den Geist des Werksselbst berief, der uns mit weissagender Stimme zu-sagte: „so etwas kann Maepherson unmöglich ge-dichtet haben! so was laßt sich in unsirm Jahrhun-derte nicht dichten!" mit eben dem innern Zeugnißrufe ich jetzt eben so laut: „das laßt sich wahrhaftignicht singen! in solchem Ton von einem wildenBergvolkc wahrhaftig nicht fortsingen und erhalten!folglich ists nicht Ossian, der da sang, der so langefortgesungen wurde!" Was sagen Sie zu meineminnern Beweise?
So eigensinnig für Ihren deutschen Osssan! durchZergliederungen und einzelne Vergleichungen es mirabzwingcn zu wollen , „daß er gewiß so gut, als derenglische scy!" In Sachen der bloßen, schnellenEmpfindung, was laßt sich da nicht zergliedern? wasnicht durch ein grübelndes Zerlegen heraus beweise»,