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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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450
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Sollte es also auch mit der Wirkung dieser Ge-sänge und Fabellehre auf unsere Sitten nichtso ganz recht seyn, so bleibt dem errichteten Altäreimmer Eine Aufschrift: kietarl!Ein etwelchesDenkmal, der Tugend, und den Sitten derVäter heilig."

Da die deutsche Muse ejne so ehrwürdige Ve-stalin, die Priesterin der Wahrheit und Tugend ist:warum sollten wir nicht auch die Kleinigkeiten über-sehen, die hie und da Alten oder Ausländern zu weitNachfolgen. Ist Gleim denn nur Anakreon,oder ist er nicht auch der wackre Helden- und Tu-gendsänger? Und ist ers in jenen Scherzen dennauch je außer den Granzen der Zucht? Hat Wie-land H)ie und da sich mit der Muse Ercbillonszu nahe befreundet; wie viel anders im andern Ge-schmacks hat er geschrieben! In der That ist's viel,rvas wir von den lieben Musen des heiligen römi-schen Reichs verlangen, und äußerst wenig, waswir, das lesende Publikum, ihnen gewahren; Ge-schenke und Gaben verstehe ich damit nicht. Gebtuns andre Zeiten, andre Sitten, andre Leserund Leserinnen, andre Schriften, die Leserund Leserinnen bilden, und die Dichtkunst wird ihnennicht widerstreben.

Freylich ists auch hier edel, vorzu gehen undeinem Gott-gegebenen Dichter wird nie sein Kreiswilliger Ohren und Herzen mangeln. Ein Dichterist Schöpfer eines Volkes um sich: er giebt ihneneine Welt zu sehen und hat ihre Seelen in seiner