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tadelhaft von dieser Seite; der ehrliche fromme Cha-rakter der Deutschen zeigt sich auch hier. Sie woll-ten lieber minder Dichter seyn, als unsittliche undunweise Dichter. Der erste Dichter, der auf dieNation vorzüglich gewirkt, war gewiß fromm, Gel-lert.
Auch der höhere Kran;, nach dem sodann diedeutsche Muse lief, war den Sitten fürwahr unschäd-lich: es war die biblische Dichtkunst. Haktediese Wirkung auf die Nation machen, und den Glau-ben des Volkes verdienen können, der einem Inhalteder Art gebühret! Aber dann hatte vor Klop stockkein Milton seyn, dann hatte sein Messias nichtmitten in einem Haufen Dichtungen und Episodenstehen müssen, die ewig alle» Glauben abzwingen undabwürgeN! — Wie es indessen sey, verdient seineDichtkunst nicht den Preis der Engel, so verdient sieden Kranz unschuldiger Menschen, nachqcbender Jüng-linge, zärtlicher Kinder. Nie wird man ihr und derMuse des kalter», gelehrten moralischen Bodmerssittliches Uebel nachsagen können, wenn auch nichtalles himmlisches Gold wäre.
Vielleicht war's selbst diese übergroße Morali-tät der Deutschen, die , wie an so vielen Patriar-chaden, an den Bardengesängen des jüngstenbald verstrichenen Zeitalters Schuld war. Unmaßgeb-lich reizte die Tugend der Frau Tb usn e ld e so stark,als die Tapferkeit des Herrn Hermanns: manfreute sich dessen, übersah das andere, und da O s-sian dazu kam, war der Bardengesang qebohren.
Herders W. Lit. u. Kunst. IX. F f L/umenlcre.