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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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445
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X. P re i ß sc h cifte n.

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richtet: so zerfleischt Swift mit Tiegerklauen dieMenschheit, daß man Mitleid über ihn, und nichtüber die Menschheit weinen möchte. So züchtigtChurchill es sind blutreiche Auswüchse, cckle,aber saftvolle Geschwüre der gepriesenen englischenFreyheit, die wir ihnen nicht zu beneiden haben.Meistens sind sie auch durch sich selbst unkraftig:die Gegenparthey handelt, und laßt diese spre-chen, wüthen; und nach wenigen Jahren ist allesentweder vergessen oder die schärfsten Pfeile des Ge-nie's, in Glut der Hölle gehartet, haben ihre Spitzeverloren. Uebcrhaupt ist alles Ueber triebe ne(und wer übertreibt mehr und lieber als ein Eng-länder?) in eben dem Maaße unkraftig. Wo Mil-ton Teufclsbrücken baut, rühret er nicht, und woPoung den Gräbern des erhabenen Unsinn's zu na-he wirbelt, wird er nicht bessern. Wo Thomsonund seine Gesellen zu viel schildern, ermatten sie,und ermüden andre; und wo die Adler ihre pin do-rischen Oden mit Beywörtern beladen und voll-gestopft sind, da kommen, sie gewiß nicht zur Sonne.Vielleicht gleicht die Poesie dieses Landes anjetzt ei-nem überfüllten Körper, der zuletzt für lauter Epithe-ten-Fülle und Gesundheit auf dem Leichengerüste pran-get! und da Key ihnen alles so national ist,so muß, je mehr die Sitten sinken, je mehr Uep-pigkeit und selbstgcnügsamer Stolz, heroische Dumm-heit und Bestechung regieren auch die Dichtkunst sin-ken und davon Farbe tragen. Ihr letztes, so vergoßtertes Genie, Sterne man lese seine weichenSchriften, und hintennach die Briefe seines Le-bens, heransgegeben von seiner eignen Tochter,und man wird fühlen, worauf ich deute.