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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
Entstehung
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Entfernung erschienenen Liebhaber einander in derNahe von Angesicht zu Angesicht schauen: so ist inmehr als Einem Verstände der Roman aus; diedurch schöne Dichtung verdrängte Wahrheitkömmt, wie die Göttin Ate, nach und rächet sichgewaltig.

Die Fieldingsche Gattung des Romans istdem Auge nicht unterworfen, sie öffnet das Augeungemein für Wahrheit. Und wenn sie nunmit eben der Wahrheit das Herz für Güte öffnetund diese zum b e st im m ten Zwecke hat; so kannsie die schönste Galleric des menschlichenLebens heissen. Wie kömmts nun aber, daß mei-stens auch diese Gattung Schriften denSchwachender Zeit nachgiebt, statt diese zu überwin-den? Wie kömmts, daß auch die individuellenCharaktere meistens in einem Lichte stehen, wie siedas liebe Herz gern hat? War den Verfassernan dieser kranken Sympathie, an diesem ängstigenZuwallen gelegen, das eben daher rührt, weil ihreHand den Wunden unsers Herzens schmeichelt?Dichter, bist du alsdann Mann? Ehrlicher Men-schenfreund? Diener der Gesundheit, Glückseligkeitund Wahrheit? Was würdest du von dem Arztehalten, der Opium oder süßes Gift reichte, nur daßdie schöne Kranke ihm die Hand drücke ? Soll derDichter schwachen Seiten, bösen Sitten seinesJahrhunderts fröhncn? oder soll er sie bessern?

Wenn Ce rv a nt e s trefflicher Roman den Sit-ten seiner Nation Leid angckhan, und mit dcm Lacherli-