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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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442 X. P r c ißfch r i ften.

Natur: Richardson und Fielding sind ihreFührer. Bcyde Gattungen haben Vortheile undNachtheilc; alles kömmt hier, wie überall, auf denGebrauch an. Sich in idealische Wesen verlieben,kann herzlich güt seyn, aber auch sehr gefährlich.Man findet den schönen Traum entweder, wo ernicht ist, sieht allenthalben Engel, Klarissen undGrandifons fliegen und wird jämmerlich betrogen;oder der Engel Klarisse thut nur einen kleinen Fehl-tritt, den ihm ja jedermann verzeihet, und derFolgen hat, vor denen sich jeder gesunde Bauernver-stand, der kein Engel ist, bewahrt hätte. In bey-derley Fall hilft das Ucbcrtreiben und Jde ti-li siren zum Unfall: und überhaupt ist's eine sofeine Speise, ein so süßer Duft, daß er starke Be-wegung und gute Säfte fordert, wenn er nicht schäd-lich seyn soll. Bckanntcrmassen haben nun die, diesich am meisten dieses Duftes bedienen,nicht viel Bewegung, nicht viel Anblick der ganzengesunden Menschheit in wahren Beziehungen des Le-bens; was Wunver also, daß sic tcäumeln, und krän-keln und wenn sic einmal an dies Opium gewöhntsind, nie mehr davon lassen können. Das nennenwir Verfeinerung der Sitten und Gesin-nungen durch angenehme und unterhalten-de Lektüre; die Verfeinerung ist aber oft wahresDcrderbnifi. Meistens macht sie zu aller gesun-den Speise, zu gründlicherer Nahrung des Geistesund Herzens, am meisten zu wahren Freuden undwahrem Gebrauche des Lebens untauglich. Wenndie romantischen Engel aus ihrem Mondparadiefezur Erde kommen und die im heiligen Schleyer der