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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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gzci X. P r e i ß sc h r I ft e n.

Maasstabe des leichte» Geschmackes mißt: so wirdseine Desdemone bald ^>er Zaire und seinHamlet dem französischen Hamlet billig weichen.Er ist, sagt man, für unsere Sitten zu stark, zurauh, zu abwechselnd, zu geschmacklos.

Seitdem Geschmack an die Stelle des Gcnie'strat und England seinen letzte» Genius, Swift,nach Irland verbannte, ist die Poesie viel korrek-ter, moralischer, klassischer, feiner ge-worden; aber nicht zugleich auch viel unwirksa-mer, u n p o c t i sch e r, kalter? Wer hat schönereMoralen in Reimen geklingelt, als Pope, undwer hat schönere Stubencharaktere gezeichnet, als Ad-dison? Man frage indeß nicht um jedes WortsUrsprung, Zweck und Wirkung. So viel istgewiß, wenn moralische Sentenzen und Wochenblattter Sitten Hilden können, so haben Pope,"Addison, Steele ihre Nation (die bepdcn letztenauf allen Kaffeehäusern insonderheit) gebildet.Ihre Schriften werden die erste» ihrer Act bleiben,und Addison insonderheit der Sokrates seinesVolkes.

Indessen ist's drückend wahr, der Geist desJahrhunderts, dem sich eben die edlen Schriftstellerja auch in der Einkleidung bequem ten, will, daßdas alles alsGedicht, als periodische Schrift,als Wo c h en b la tt gelesen werde; und wie oft zer-stört da. eben die Schönheit der Einkleidung eben>hre K nnst, ihre Feinheit alle Wirkung! D.rReim ist eine schöne Sache, wo er ungezwungen da