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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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X. Preißschr i ft e'n.

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gchaltner tiefer Leidenschaft und Stärke; tief untenkann der Sturm wüthen; und oben fließen nochsanfte Wellen. Vielleicht hat die Dichtkunst vielzu diesen Sitten, deren Bild sie tragt, selbst bey-ge tragen.. Sie unterhalt so sanft, beruhigt undergötzt so süsse: der Gondelfahrer auf dem Meere,und der Pilger zu Lande singt, spielt und ist fröh-lich. Vergnügt auch unterm Drucke, fröhlich auchin der Armuth. Wie vieles zeigt nicht aber inauffahrenden Funken, was in ihnen für eine Flammeschlafe, die nur aus andere Umstande, auf einen Winddes Himmels wartet?

Mit der Poesie F r a n k r ei c h s (ich sprechemit aller Bescheidenheit eines Idioten, der nur nachseinem Gefühle zu urtheilen waget) ist's in Be-tracht ihrer Wirkung aus Sitten noch unbe-stimmbarer. So wie dieses Volk vielleicht wenigerPoesie und poetische Sprache hat, als die Italiener,so hat auch nach Maasgabe ihres Charakters diesemindere Poesie auch mindere Wirkung auf Sit-ten haben müssen. Anstand ist ihr großer Richterund Gesellschaftskreise der Schauplatz ihrerPoesie: selbst ihr Theater ist Kreis der Gesellschaft.Oben spielt eine Parthie Herren und Damen, undoft l'anteur durch sic; unten desgleichen, und wieelend ist oft die Pythia, die schon vorher völlig denTon stimmt! Oft werden Sentenzen, Tiradenund Deklamation bewundert, d. i. alles, wovonin derGcsellschaft gesprochen werden kann,und so werde denn gesprochen! Der theatralischeStaats - und Kriegsmann Corneille, der tragi-