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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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434 X. P rei ß sch ri ftcn.

lebendig in'sHerz zu tönen. Nun mußte er suchen,schön, verständlich zu schreiben; Kommata undPunkte, Reim und Periode sollten fein ersetzen, be-stimmen und ausfüllen, was voraus die lebendigeStimme tausendmal vielfacher, besser und starkerselbst sagte. Endlich schrieb er jetzt gar für das liebeklassische Werk und Wesen, für die papicrneEwigkeit; da der vorige Sänger und Rhapsode nur fürden jetzigen Augenblick sang, in demselbenaber eine Wirkung machte, daß Herz und Gcdachtnißdie Stelle der Bücherkammcr auf Jahrhundertehin vertraten.

Die Musik ward eine eigne Kunst undsonderte sich von der Dichtkunst. So gewiß cs ist,daß dadurch beyde, als Künste, gewannen; soviel scheint's, daß sic an bestimmter W ir kung beydeverlohren. Die Empfindungen, die die Musik alleinsagt, kann sie nur dunkel sagen; nähme man nichtunvermerkt das Kunst ge fühl immer zu Hülfe, sowäre uns vieles in ihr ein Buch mit unbekanntenLettern, und wir würden sie nicht lange in solcherUnbestimmtheit ertragen. Die Dichtkunst ohne Klangund Gesang mußte bald Letternkram, Naturwissen-schaft, Philosophie, Sittenlehre, trockne Weisheit,Studium werden.

Je mehr die Lander zusammen rück-ten, die Kultur der Wissenschaften, die Gemein-schaft der Stande, Provinzen, Königreiche undWelttheile zunahm, je mehr also, wie alle Literatur,so auch Poesie an Raum und Ob erst lache dieWirkung gewann, desto mehr verlvhc sie an E i n-drang, Tiefe und Bestimmtheit. In en-gen Staaten, bey kleinen Völkern, ihren einförmigen