X. P r e i ß sc h r i ste n.
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wie neuer, reicher Stoff zur Dichtkunst? Der Erfolgzeigt, daß dieser Stoff nichts zu bedeuten hotte, gegendie Wirkung, die im Ganzen die Dichtkunst durchdiese Entdeckungen verlohr. Gold und Silber,Gewürze und Bequemlichkeiten mögen viel Gutes Her-vorbringen , nicht nur neues Leben für die Poesie:die Kaffeetasse ist kein Trank des Odin, und , diePrickeleyen fremder Gewürze auf unsrer Zunge undin unferm Blute kein goldner Stachel des Apollo.
Die B u c h d ru c k e r ey hat viel Gutes gestiftet:der Dichtkunst hat sie viel von ihrer lebendigen Wir-kung ge raub et. Einst tönten die Gedichte imlebendigen Kreise, zur Harfe, von Stimme, Muthund Her; des Sängers oder Dichters belebet; jetztstanden sie da schwarz auf weiß, schön gedruckt aufBlatter von Lumpen. Gleichviel zu welcherZeit einem lieben geneigten Leser nun der Wischkam: er ward gelesen, sacht und selig überflogen,übcrwischt, übertraumelt. Jst's wahr, daß lebendigeGegenwart, Aufweckung, Stimmung derSeele so ungemein viel und zum Empfange derDichtkunst am meisten thut; ist's ein großer Unter-schied, etwas zu hören und zu lesen, vom Dichteroder seinem Ausleger, dem göttlichen Rhapsoden eSselbst zu hören, oder sich es matt zu denken undvorzusnllabiren: so setze man nun, alles vorige dazu-gcnommcn, die ne u e S i tte in ihren Umfang, wieviel mußte mit ihr die Dichtkunst an Kunst gewin-nen, und anWirkung verlieren! Jetzt sch riebder Dichter, voraus sang er: er schrieb langsam,um gelesen zu werden, voraus sammelte er Accente,Herders W, Lit. ».Kunst. IX, E e 'IZiumkn/eec,