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X. Preißschriften.
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wirken? Die Dichtkunst ward Ergötzlichkeit,schöne Kunst, Spiel.
Ursachen aus aller Welt Ende kamen damalszusammen, EuropenS Sitten zu andern,mithin ward auch ihr Nachbild, die Dichtkunst, theilsanders, theils kam diese immer mehr ausser Wir-kung. Äus Spanien wurden die Mohren vertrie-ben; ihr Karthago war also zerstöret: der Ritter-geist fiel allmahlig: das Land kam in sanftenTod, d. i. in politische Ordnung. So gieng'Sdem Rittcrgeiste in allen Landern: statt der Mohrenwurden die Vasallen gedemüthigt, die Provinzenvereinigt: Monarchie im Staate erhob ihr Haupt.
Je mehr nun Frey beit, Natur, Eigenheitder Sitten in allen Standen nbnahm. je mehreinzelne Kräfte geschwächt wurden, um zu denFüssen des Einen zu ruhen, je mehr überall mecha-nische Ordnung an die Stelle des Muths, derWirkung individueller Seelen trat; je mehr entgiengder Dichtkunst lebendiger Stoff und leben-dige Wirkung. Der alte Rittergeist konnte nurzum Spotte gebraucht werden: die neuern Sit-ten, —sie hiengen so wenig mit Poesie zusam-men, als sie von ihr abbiengen, — vom Gesetze undRechte und ganz veränderten Umständen der Weltgiengen sie aus. Den Regenten schmeicheln, einför-mige KrieqSzüge, politische Rechtshändel, machia-vellische Negotiationen besingen, war das Zweckder Dichtkunst?
Wie mit dem Niktergeiste, war's mit der R ei-lig io n; ihre Wirkung ward verlacht: sie koiinte inGedichten nur als Fratze oder als Mpth olo gie,
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