X. Preißschri sten.
^ Zweytes Kapitel.
^ Wirkung der christlichen Poesie auf die
Sitten der Völker.
Das Christenthum hat höhere Zwecke, als Poe-ten hervorzubringen; auch waren seine ersten Lehrerkeine Dichter. Die Wirkung deffelbcn aufs mensch-liche Herz sollte nicht vom Schmucke der Bilder undvom Geklingel ins Dhr, sondern von einfältigerWahrheit kommen und auf Geist und Leben wirken.Indessen konnr's nicht anders seyn, als daß auch dieersten Christen schon ihre Empfindungen in Liedergossen *), und sich damit gegen Spott und Verach-tung stärkten. Von Wükhrichen verfolgt, in Nachtund Höhlen klangen ihre Lieder, deren Wirkung nichtvon Kunst abhieng, so wie sie nicht für den Zeitver-treib gedichtet waren, sondern Gott den Herrn inihrem Herzen sangcn. Wer ist noch, der den ältestenGesängen der Kirche **), den Hymnen Ambrosius,
H Koloss. 3 , 16.
**) Ueber diesen ganzen Abschnitt ist des Abt G er-ber ts Buch äo cantn sacro voll Materialienund Geschichte: so wie die Wirkung einzelnerLieder theils in Vorreden und Anmerkungen zuCantionalen häufig berührt und registrierwurden. Das gar zu große Detail wäre aberfür diesen Ort zu ^eitlavstig.