424 X. Preiß schriften.
terie des damaligen RittergeisteZ. Kaiser und Kö-nige , Fürsten und Grafen schämten sich nicht daranThcil zu nehmen. Sie machten Sprache und Sit-ten geschmeidig, verwandelten eine wilde Leidenschaftin -zartere Empfindungen und ketteten die voraus zusehr getrennten Geschlechter durch unschuldige Blu-menkränze. Die sogenannte pctrarchische Liebe istGeist gewordener Duft dieser Zeiten: so wie Petrarkaselbst seine schönsten Sonnette und Lieder aus diesemGarten der Liebe brach. Der spatere Mißbrauch unddie bald erfolgte erschreckliche Einförmigkeit der Wen-dungen und Gedanken kann zwar die Sache selbstnicht verleiden; indessen ist doch kaum zu laugnen,daß nicht zuviel Blumenspiel dabey statt fand,uno daß all s endlich in die überfeinen Sen tim enSausartete, die der wahren Liebe wenig Nahrung ge-wahren. Wie alles vorhergehende, so gehörte auchdiese Poesie zum Uebergange, zur Verschmel-zung der Sitten ins Feinere, bis sie so fein ge-worden sind, als das heutige Tageslicht zeiget.
la^s hat Bo dm er für Deutschland den Gegen-stand am meisten behandelt, in s. Sammlungkritischer Schriften, Crito, den kri-tischen Briefen u. f. so wie auch in dengroßen lVIeinoires äs ketrurgns viele Nachrich-ten über die krovensaux und Son netten»,dichter Vorkommen.