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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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411
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X. Preißschriften. 4»r

Viertes Kapitel.

Wirkung der Dichtkunst bey den nor-dischen Völkern.

Wir kommen hier wieder in ein lebendigesFeld der Dichtkunst, wo sie wirkte, wo sie leben-dige Thal schuf. Alle nordischen Völker, diedamals wie Wellen des Meers, wie Eisschollen oderWalisische in großer Bewegung waren, hatten Ge-sänge: Gesänge, in denen das Leben ihrer Vä-ter, die Thaten derselben, ihr Muth undHerz lebte. So zogen sie nach Süden, und nichtskonnte ihnen widerstehen: sie fochten mit Gesängewie mit dem Schwert.

Den nordischen Gesängen haben wir's also mitzuzuschreiben, daß sich das Schicksal Europens soänderte, und daß wir da, wo wir itzt sind, wohnen.Daß Rom über Deutschland nichts vermochte, habenwir ihren Helden und Barden zu danken: demSchlacht- und Frcyheitsgesange, der zwischen denSchilden ihrer Vater tönte *). O hätten wir dieseGesänge noch, oder fänden wir sie wieder! Viel-leicht besitzet das Land, für das ich jetzt schreibe, ei-nen irgend verborgenen Rest dieses Schatzes! Viel-leicht hat der edle Kreis, in dem ich jetzt gelesenwerde, das Glück, ihn zu suchen und zu finden!Es wäre die lebendigste Beantwortung der Frage vonWirkung der Dichtkunst auf die starken,

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