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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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408
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auch für die Dichtkunst manches; aber scheußlich waralles ,- zu ihrem narrischen Selbstruhmc und zu and-rer Menschen, zumal besserer Dichter Verderben.Lukan, der überspannte, feurige und dichterischeJüngling, erlag in seinem Blute. Juvenal undPcrsius züchtigten die Sitten Roms, aber da halfkein Züchtigen mehr. Das mimische Schauspiel spot-tete, aber unvermerkt. Andere schmeichelten, witzel-ten, krochen, und die hatten freylich den besten Theil.Ucberhaupt wird am meisten Tugend gelobt, wo amwenigsten zu loben ist, und wo schon so viel gelobtwird, wo Panegyristen in Poesie und Prosa dckla-miren, da ist's übles Zeichen, da wirkt selbst dasLob nicht viel mehr. So giengs mit Rom in seinenverfallenen Zeiten. Kein Held konnte retten, ge-schweige ein Dichter! Barbaren mußten kommen,und dem entvölkerten Italien, dem mit der GrUnd-snppe von Menschen überschwemmten Rom Brandund Verwüstung, und sodann neue Kräfte, neueSitten, neuen Lebcnsgeist geben.

Nehmen wir alles zusammen, so ist in Rom dieDichtkunst wohl nie eine Triebfeder, noch weni-ger eine Grundsaule ihres Staats gewesen. DieMauern Roms wurden nicht unter dem Schalle derLeyer, sondern unter Waffenklang und Bruderbluterbauet: die Nymphe Egcria war keine Dichterin,sondern eine religiöse, strenge Vestalin. Das kam-psende Nom hatte keinen Tyrtaus vor sich her,Wenns auszog: seine Kriegszucht und Staatssittenhiengcn von etwas Festerm ab, als von dem Ton-maas einer Flöte. Wenn dem Volke und den Edlendaher immer Rauhigkeit und Starke blieb, so ko»n-