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Zur schönen Literatur und Kunst Theil 9 (1821) Blumenlese aus morgenländlichen Dichtern
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X. Preißschr i ften. 407

trefflich; wenn man indessen andere Stellen liefet,so sollte man denken, daß auch >enes nur Dichterglut,und nicht sein Ernst war. Er scheint sein Schildwegzuwerfcn, wie er's in der Schlacht wegwarf; undauch in seinen Satyren spottet er nicht mehr als erbessert? Sein Brief an die Pisonen ist wohlkeine römische Nationaldichtkunst, so wie Virgils Ae-neide mehr den Glanz Roms angieng, als die Sittendesselben. Seine Georgien sollen den Feldbau empfeh-len, sagt man, und seine Bucolica sollen das Hir-tenleben empfehlen, sagt man ebenfalls. Am sicherstenist's wohl, daß beyde die Nachahmung der Griechenempfehlen sollen, so wie es gewiß ist, daß Ovi dsKunst zu lieben diese Kunst wirklich und mit vielemNachdrucke empfohlen habe. Der arme Herr mußtedafür unter die Skythen xro so, yrmä trsg libroruiriutorius urtis aonscripissrri, und winselte darü-ber, wie Bussy Rabutin etliche Meilen von Pa-ris verbannet, bis ans Ende seines Lebens. Diefeine Sittlichkeit des Dichters halte zu nah indas Geschlecht des Kaisers gewirket und so mußte er-setzt dafür büßen. Hatte die Dichtkunst dieserHöflinge keine andre Wirkung, so war's die,poetische Blumenketten um die Fesseln Roms zuwinden, damit dieses etwa sie angenehmer und sanst-gckauscht trage.

Die dem August nachfolgenden Tyrannen zeigen,wie wenig die Dichtkunst, als Kunst, als Schul-übung über lasterhafte Gemüther, zumalen übe-rDespoten des Menschengeschlechts vermöge! Tibcrius,Kaligula, noch mehr Klaudius, und Nero am mei-sten, waren in ihrem Sinne grosse Dichter,schrieben, sangen, ließen ausschreyen, und stifteten