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So wie der Mensch zu mehreren, da ist, als zumGeschmacke: so ist auch ein Staat, die Hauptstadteines Reiches, wie das römische war, zu etwas an-dern, da, als zum Schauspiele. Waren sie Rö-mer geworden, wenn sie Griechen hatten seyn wollen,oder seyn können? Gladiatoren und verliebte Helden,Thiergefcchte und rührende Schauspiele zusammenkann Eine Bühne niemals leiden, und da Romeinmal zur Ervberin der Welt eingerichtet war, sokonnten damals sanftere Sitten und die Blumenfeinerer Dichtkunst wohl nicht gedeihen. Auch L u-cilius, der Erfinder der römischen Satyre, wareinDichter von römischer Starke und Kühnheit;Wahrheit war seine Mühe, die römische Tugendund Freymüthigkeit die Ader seiner Begeisterung.Man muß sich an Horaz vielleicht nicht zu sehrkehren, wenn er über diese altern Dichter spottet.Er spottet als Mann von Geschmack, als Dichterdes goldenen Zeitalters, als Höfling Augusts, derfreylich solche alte Zeiten und Sitten nicht anpreisenkonnte.
Je feiner Rom ward, desto feiner ward seineDichtkunst, desto schlechter und schwächeraber auch deren Wirkung. Es bekam einenphilosophischen, gar epikurischen Dichter, Lukrez.Je edler die Starke seiner Sprache, desto schlech-ter, auch für das stoische Rom schlechter, istsein System. Rom, in den Garten Epikurs, konn-te kein Rom mehr bleiben. Katull erschien; schön istseine Sprache; mannigfaltig und reizend seine Dicht-kunst; aber wie ist großen Theils ihr Inhalt? Wieverfallen waren die Sitten, wo ein Katull so schrieb
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